19. Februar, 2019

Digitale Transformation: Mehrwerte durch Nutzung neuer Technologien schaffen

von Digitalization, Industry Trends and Technology

Digitalisierung ist überall und treibt Märkte, Branchen und einzelnen Unternehmen gleichermaßen um. Ob es nun um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Nutzung vorhandener und neuer Datenquellen oder die Optimierung interner Prozesse und Zusammenarbeitsmodelle geht, überall haben die Themen Automatisierung, die Nutzung von Daten für Kundenkommunikation wie Social Media sowie künstliche Intelligenz Einzug gehalten.

s2p Digitale Transformation

Neue Technologien ermöglichen es zum Beispiel, Kunden besser kennenzulernen oder seine Dienstleistungen schneller und effizienter zu erbringen. Dadurch ergeben sich für Unternehmen viele Chancen, aber auch Herausforderungen.

Die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten ist sehr vielschichtig und braucht für ihren Erfolg spezifisches Fachwissen aus den verschiedensten Disziplinen. Das Verständnis von Geschäftsmodellen, prozessualen Abläufen und Organisationsstrukturen ist ebenso erforderlich wie das Programmieren von Software und Apps und der Aufbau passender IT-Infrastrukturen. Daneben kommen in der Analyse von Daten Spezialfähigkeiten in den Bereichen Mathematik und Statistik hinzu.

Digitale Transformation

Neben expliziten Digitalisierungsprojekten sind wir auch in allen anderen Projektumfeldern immer auf der Suche nach Möglichkeiten, Technologie dort einzusetzen, wo sie dem Unternehmen den größten Mehrwert bietet. Mit dem reinen Einsatz von Technologie ist jedoch nur der Anfang gemacht. Die Nutzung von Technik erzeugt und benötigt zum Teil Veränderungen. So kommen schnell Fragen zur Unternehmenskultur und den zugehörigen Werten auf, welche auf dem Weg durch die digitalen Transformationen laufend adressiert und an die Umstände und Bedürfnisse angepasst werden sollten. Die Komplexität ist dabei nicht zu unterschätzen. Neue Technologien und Arbeitsweisen unterstützen die bestehenden und eventuell auch neue Geschäftsmodelle, haben jedoch auch immer Auswirkungen auf die Organisations- und Steuerungsmodelle, die an die Rahmenbedingungen angepasst werden.

Diese Umsetzungsprojekte und auch der Mehrwert, der dabei generiert werden kann, sind in ihrer Art und Weise sehr unterschiedlich und vielschichtig. Die Frage, ob die Digitalisierung bei einem Unternehmen zu einer echten Transformation führen muss oder kann, muss abhängig davon, wo das Unternehmen heute steht und welche Geschäftsmodelle bestehen, beantwortet werden. Diese strategischen Überlegungen und Vorgaben zeichnen die Richtung für einzelnen Digitalisierungsprojekte vor und helfen dabei, die große Menge an technischen Möglichkeiten für sich zu bewerten und sich auf die Potentiale zu konzentrieren, welche am besten die Strategie unterstützen und innerhalb des Unternehmens und entlang seiner Wertschöpfungsketten Mehrwerte erzeugen.

Schwerpunkte in der Umsetzung

Im Verlauf dieser Transformationen werden aus unserer Erfahrung hauptsächlich zwei Themengebiete in Zusammenhang mit der Nutzung von Technologie immer wieder betrachtet. Big Data, als Stichwort für die Analyse und Nutzbarmachung von vorhandenen und neuen Daten innerhalb der Wertschöpfungskette und die Automatisierung von bestehenden Abläufen zur Erhöhung der Effizienz und Qualität der unterliegenden Prozesse und Arbeitsschritte.

Heutzutage werden überall Daten und Informationen erzeugt, welchen in den verschiedensten Quellen zu finden und in den unterschiedlichsten Systemen abgespeichert sind. Es können auch weitere Erkenntnisse aus der Nutzung neuer Quellen, wie sozialen Netzwerken, gewonnen werden. Bevor es jedoch soweit ist, dass man in den Prozess des „Data Mining“ (das Generieren von „Wissen“) einsteigen kann, sollte man sich einen Überblick darüber verschaffen, was überhaupt vorhanden ist. Diesen Überblick erhält man durch eine Analyse der Systeme und Prozesse, welche im Moment genutzt und gelebt werden. Die Hauptfragen sind hier, welche Informationen eigentlich in den Prozessen erzeugt werden und wo diese in welcher Qualität gespeichert werden. Daneben sollte man immer ein offenes Auge für Informationen haben, die zwar in den Prozessen generiert, aber nicht abgelegt werden. Beispiele hierfür sind weiterführende Informationen zu Kunden oder Prozessdaten wie Mengen, Durchlaufzeiten oder Korrekturen. Wenn diese Fragen beantwortet sind, entsteht ein Big Picture an vorhandenen Informationen. Ab diesem Zeitpunkt kann man, mit Hilfe von statistischen Methoden, neue Erkenntnisse über die Daten gewinnen und diese zur Stärkung der die Strategie unterstützenden und datenverarbeitenden Unternehmensprozesse einsetzen.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Automatisierung von bestehenden Geschäftsprozessen. An vielen Stellen entstehen in Prozessen manuelle und zum Teil redundante Aufwände, die Zeit und Ressourcen kosten. Hier ergeben sich immer wieder Möglichkeiten, Systeme und Tools zu nutzen, um die Abläufe und Entscheidungen automatisiert durchlaufen zu lassen. Zur Identifikation dieser Potentiale setzen wir in unserem Ansatz immer auf dem Ist-Zustand als dokumentierten Prozess auf. Auf Grundlage dessen analysieren wir die einzelnen Funktionen des Prozesses auf ihre potenzielle „Eignung“ bzgl. einer Automatisierung. Dies erfolgt anhand nachstehender Kriterien bzw. Fragestellungen:

  • Standardisierung: Folgen die auszuführenden Aktivitäten und zu treffenden Entscheidungen eindeutigen Regeln?
  • Häufigkeit: Wird der Schritt häufig durchlaufen, bzw. wiederholt?
  • Entscheidungskriterien: Liegen die notwendigen Informationen zur Durchführung oder Entscheidung vor?
  • Einsparpotential: Wie viel manueller Aufwand steckt im Ist in der Durchführung der Arbeitsschritte?

Sind die Kriterien stark ausgeprägt bzw. erfüllt ein Arbeitsschritt die Mehrheit der genannten Kriterien, eignet er sich potenziell für die Automatisierung.

 

Oliver Hoffmann
Senior Consultant bei der Process Management Consulting GmbH

Thomas Rohn
Head of Sales und Partner Management bei OpusCapita Software GmbH

 

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