31. Mai, 2019

3 wichtige Schlussfolgerungen aus der Peppol-Generalversammlung

von PEPPOL, Source-to-Pay, Business Network, E-invoicing

Ich möchte meine Gedanken über das letzte große Treffen der OpenPeppol Association mit Ihnen teilen. Einmal im Jahr trifft sich die Peppol-Gemeinschaft zu ihrer Generalversammlung, um über Budgets und Pläne zu beraten. Klingt zunächst nicht sehr spannend, nicht wahr?

3 wichtige Schlussfolgerungen aus der Peppol-Generalversammlung

Dennoch kann ich Ihnen versichern, dass es auch interessantere Themen gab. Es ist jedes Jahr aufs Neue spannend zu sehen, wie die Gemeinschaft wächst, neue Anwendungsfälle für das Peppol-Netzwerk findet und, in aller Bescheidenheit gesagt, die Zukunft gestaltet.
Auch dieses Jahr war keine Ausnahme, weshalb ich mir die Zeit nehmen möchte, Ihnen die aus meiner Sicht wichtigsten drei Schlussfolgerungen aus der Versammlung dar zu legen:

1. Stärkerer Fokus auf die verschiedenen User


Das ist für mich eine der wichtigsten Neuentwicklungen. Seit diesem Jahr gibt es zwei Nutzer-Gemeinschaften: Eine für Endanwender und eine für Dienstleister. Als Peppol gegründet wurde, sah das noch ganz anders aus. Für mich persönlich ist verständlicherweise die Community der Dienstleister interessant, welche übrigens den größten Teil der Mitglieder ausmacht. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, nicht nur eine Community für die Mehrheit der Mitglieder zu schaffen, sondern auch den Unternehmen eine Stimme zu geben, die das Peppol-Netzwerk zu dem machen, was es ist. Diese Community wird auch in der Lage sein, Entwicklungsideen in das Management-Team einzubringen und es wird spannend sein zu sehen, welche innovativen Ansätze aus dieser Gruppe hervorgehen werden.

Auch für mich persönlich hat sich hier etwas sehr positiv bewegt, denn ich kann mit Stolz vermelden, dass ich als Vorsitzender für die Dienstleister-Community nominiert worden bin.

2. Peppol auf der internationalen Bühne


Ursprünglich wurde Peppol als paneuropäisches Netzwerk für das öffentliche Auftragswesen aufgebaut. Es hat sich über die Zeit hinweg zum wichtigsten Netzwerk in dem Bereich Business to Business entwickelt, wobei Peppol 2018 auch außerhalb Europas hohe Wellen geschlagen hat. Singapur ist bereits im vergangenen Jahr als aktives Mitglied beigetreten und in diesem Jahr ist Peppol auch nach Australien und Neuseeland expandiert. Eine schöne Randnotiz ist, dass Vertreter der Singapore Peppol Authority dem Peppol Management Team beigetreten sind, was die internationale Dynamik zum Ausdruck bringt. Auf der Generalversammlung habe ich auch Vertreter aus den Vereinigten Staaten gesehen, dies unterstreicht den Eindruck, dass Peppol weltweit an Fahrt gewinnt. Und wie eingangs erwähnt, nimmt Peppol an Bedeutung zu - jetzt auch weit über den öffentlichen Sektor hinaus.

3. Highlights aus dem operativen Arbeitsplan 2019


Wenn ich an die auf der Peppol-Generalversammlung vorgestellten operativen Pläne zurückdenke, dann freue ich mich, dass Peppol auch an Innovationsgeschwindigkeit gewonnen hat. Folgend meine Highlights für 2019:

  • Internationale Standardisierung der E-Rechnung. Das Thema Standardisierung war ein wichtiges Thema und zugleich eine Herausforderung, so dass Peppol erst im letzten Jahr die Europäische Norm für E-Invoicing in das Peppol-Netzwerk aufgenommen hat. Aber jetzt haben wir eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die an internationalen Standards für die elektronische Rechnungsstellung arbeitet, um den Ländern gerecht zu werden, die z.B. keine Mehrwertsteuer in ihrer E-Invoicing-Syntax verwenden. 
  • Es ist auch sehr interessant zu sehen, dass Peppol sich auf den Bereich E-Ausschreibung ausweitet und die ersten E-Ausschreibungsplattformen bereits 2019 hinzukommen sollen.
  • Auch wenn es noch ein langer Weg ist, um die Welt mit einem E-Procurement Messaging Network zu erobern, sucht Peppol bereits nach neuen Wegen. Der Prozess dafür funktioniert so, dass ein Mitgliedsland einen neuen Dienst etablieren kann, der, wenn er funktioniert, auch von anderen Ländern in Anspruch genommen werden kann. Es ist ähnlich wie bei der Open-Source-Entwicklung für Software. Ein Beispiel dafür ist Norwegen, das jetzt Zahlungsdienste via Peppol einsetzt. Das bedeutet, dass in Norwegen Zahlungsaufträge zwischen verschiedenen ERP-Systemen und Banken grundsätzlich über das Peppol-Netzwerk abgewickelt werden können. Einer der Hauptbeweggründe dafür ist, dass derzeit noch Bankverbindungen zu jeder einzelnen Bank separat aufgebaut werden. In Norwegen geht es nun darum, dies zu standardisieren und über ein Netzwerk abzubilden. Dies geht einher mit der E-Government-Initiative Norwegens, die derzeit ebenfalls ausgearbeitet wird. Wie einige von Ihnen vielleicht wissen, ist Estland seit langem eines der weltweit führenden Länder im Bereich E-Government. Ich bin gespannt, ob die Norweger die Esten mit Peppol übertrumpfen können.

Mit Blick auf die obigen Punkte sieht es so aus, als würde 2019 ein spannendes Jahr für Peppol werden. Aber wir müssen auch aufmerksam bleiben. Peppol geht nun über die Grenzen Europas hinaus und bringt damit neue Dienstleistungen hervor. Die Frage ist, wie viel das Netzwerk und die Communitys aushalten können? Ich befürworte den agilen Ansatz, mit dem wir dieses Interoperabilitäts-Netzwerk aufbauen, aber ich freue mich auch, dass die Dienstleister jetzt stärker in der Gemeinschaft verankert sind, und sich so stärker in die zukünftige Entwicklung Peppols einbringen. Nur so kann dafür gesorgt werden, dass die Mission Peppol auch in Zukunft gewährleistet ist.

 

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Ahti Allikas

Ahti Allikas
Ahti Allikas ist seit 2000 in der E-Invoicing-Branche aktiv. Bei OpusCapita bekleidet er derzeit die Position des Head of Partners and Networks und ist für die Weiterentwicklung des E-Invoicing-Ökosystems verantwortlich. Er sitzt im Leitungsgremium des EESPA-Verbands (European E-invoicing Service Providers Association), vertritt OpusCapita in einem weiteren Verband, der OpenPEPPOL Association, und hat sich vor kurzem auch dem European Multi-Stakeholder Forum on E-Invoicing (EMSFEI) angeschlossen.

 

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