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Was ist eine In-House-Bank (IHB) und welchen Nutzen hat sie?

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Lesen Sie in unserem Blog welche Bedeutung eine In-House Bank (IHB) in der Zentralisierung Ihres Cash Managements spielt. 

Die wesentlichen Grundzüge einer IHB

Auf dem Weg zu zentralisierten Treasury- und Cash Management-Strukturen stellt die Einrichtung einer In-House-Bank (IHB) das vorrangige Ziel dar. Mit ihr verfügt das Treasury über eine sehr große Auswahl an Instrumenten für ein effektives konzernweites Cash Management. Eine IHB-Lösung kann allerdings auch verschiedene Harmonisierungsgrade beinhalten – je nachdem, wie weit die zu erreichende Integration zwischen dem Konzern und den Tochtergesellschaften gehen soll und welche Aufgaben Sie zentral über das Konzern-Treasury steuern möchten.

In diesem Blog lernen Sie in aller Kürze die wichtigsten Merkmale einer IHB-Struktur kennen. Sollten Sie tiefer in diese Materie einsteigen wollen, bietet sich auch der Download unseres ausführlichen Whitepapers zu dem Thema an.

Zur Erzielung vollständig zentralisierter Cash- und Finanzprozesse hat sich ein schrittweises Vorgehen bewährt. Mit einer IHB können Sie die Grundlage für ein transparentes Cash Management auf Konzernebene schaffen. Zudem können Sie sich zentral um eine Vielzahl weiterer Finanz- und Treasury-Funktionen kümmern, wie etwa die Verwaltung der Bankbeziehungen, das Management der Währungsrisiken, das Zahlungs- und Forderungsmanagement sowie die interne Kreditvergabe.

Auf der untersten Stufe kann eine IHB-Struktur zur Verwaltung der geschäftlichen Bankkontenstruktur eingesetzt werden. Statt der üblicherweise für die zentrale Cash-Erfassung verwendeten externen “Zero Balance Accounts” können die konzernweiten Salden in ähnlicher Weise über eine interne Struktur verwaltet werden. Der Vorteil ist, dass die realen Kontensalden der Tochtergesellschaften dabei nicht verwischt werden und Sie eine transparente Sicht auf die konzernweiten und bereichsspezifischen Salden erhalten.

Auf der nächsten Stufe geht es dann darum, den Einsatz der internen IHB-Konten weiter auf den (internen und externen) Zahlungsverkehr auszuweiten. Viele Unternehmen beginnen mit der Optimierung der internen Zahlungen. Den IHB-Konten der Niederlassungen werden im Einklang mit den kreditorischen oder debitorischen Zahlungsströmen die Beträge innerhalb der Struktur ohne Wertstellungsverluste, Transaktionsgebühren oder Fremdwährungskosten gutgeschrieben oder belastet. Das Treasury verfügt damit über ein leistungsfähiges Werkzeug, um die Saldenentwicklung aller Geschäftseinheiten innerhalb des Konzerns nachverfolgen zu können.

Die Funktionen der IHB für externe Zahlungen tragen dazu bei, die Notwendigkeit externer Bankkonten weiter zu verringern, da die Zahlungsströme über das Konto des Konzern-Treasury geleitet werden können. Eine Payments on-behalf-of-Struktur ermöglicht es den Tochtergesellschaften zudem, die Zahlungsdaten noch in ihren eigenen Systemen zu verarbeiten, wobei das Konzern-Treasury dann die Entscheidung über die kosteneffizienteste Zahlungsmethode und Bankverbindung trifft.

Das Collections on-behalf-of-Modell geht noch einen Schritt weiter, indem die externen Bankkonten ganz ersetzt werden, und ermöglicht Ihnen so mehr Unabhängigkeit von den Banken bei gleichzeitig maximaler Kosteneffizienz. Die Zahlungen an die Tochtergesellschaften gehen auf den externen Bankkonten des Konzerns ein und werden dann automatisch den jeweiligen IHB-Konten der Tochtergesellschaften zugeordnet. Zentral gesteuerte Lastschrifteinzüge können weitreichende positive Effekte für das Working Capital-Management haben, da sie Ihnen die Aggregation liquider Mittel im Hinblick auf Investitionen und Geschäftsmöglichkeiten ermöglicht.

Dies führt uns zu einem der nützlichsten Werkzeuge einer IHB, dem internen Finanzierungsmanagement. Mit der Möglichkeit, die kurzfristigen Finanzierungsbedarfe von Tochtergesellschaften beispielsweise über die Kreditlinien interner IHB-Konten abzudecken, können Sie das aufwändige Aushandeln und Verwalten von Darlehensvereinbarungen zu den einzelnen internen Krediten vermeiden. Die Zinsen lassen sich hierbei einfach berechnen und jeweils am Monatsende auf den internen Konten verbuchen. Mit transparenten und automatisch erstellten Verträgen können Sie den Prozess zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften dokumentieren und kontrollieren.

Wäre eine In-House-Bank eine passende Lösung für Sie? In unserem nächsten Beitrag werden wir uns mit den maßgeblichen Kriterien für die Entscheidung beschäftigen, ob die Einrichtung einer IHB für Ihre Organisation die richtige Lösung darstellt. Zusätzlich können Sie sich für das in Kürze stattfindende Webinar anmelden, in dem dieses Thema auch behandelt wird. Weitere Informationen über In-House-Banking-Lösungen und deren Vorteile finden Sie auch in unserem Whitepaper, das hier zum Download bereitsteht und detaillierte Fakten enthält.

 

Jaakko Kilpinen OpusCapita

Jaakko Kilpinen
Jaakko Kilpinen blickt auf über 15 Jahre Erfahrung im betrieblichen Cash Management zurück und verfügt über ein profundes Fachwissen zu Liquiditätsprognosen, Saldierungs- und In-House-Banking-Prozessen. Im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn bekleidete er u.a. die Position des Konzern-Treasurers in einem finnischen Aktienunternehmen. Derzeit ist er als Solution Manager für OpusCapita tätig.