April 20 , 2018

Supplier Performance Management: Warum sollten Sie sich darüber Gedanken machen?

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Warum sollten Unternehmen ihre Lieferanten genauer unter die Lupe nehmen? Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand. Ein effektives Supplier Performance Management reduziert Risiken und spart Geld.

Supplier Performance Management

Zu den heiß diskutierten Themen in der Beschaffung gehören heutzutage die Lieferanten und die Lieferantenintegration. Alles dreht sich um Schlagwörter wie Supplier Information Management und Supplier Performance Management sowie um die Analyse und Messung der Lieferantenrisiken. Natürlich möchte ich es mir da nicht nehmen lassen, zu diesen Themen auch meine Sichtweise aus über 10 Jahren Erfahrung in der Beratung von Kunden in die Waagschale zu werfen.

Eine Frage ist in dieser Hinsicht häufiger zu hören: Warum sollten Unternehmen ihre Lieferanten unter die Lupe nehmen? Ein fairer Einwand! Warum sollten Sie sich um diesen Sachverhalt kümmern? Ganz einfach: Ein effektives Supplier Performance Management reduziert Risiken und spart Geld.

Um zu verstehen, wie wir die Risiken reduzieren können, sollten wir zunächst einige dieser Risiken näher betrachten. Die Risiken umfassen grundlegende logistische Probleme: zum Beispiel späte Lieferungen, falsche Liefermengen und/oder schlechte Qualität. Auf den ersten Blick erscheinen diese Aspekte nicht als übermäßig riskant. Wenn man aber einen Wolkenkratzer bauen möchte, kann jede noch so geringe Verzögerung oder falsche Lieferung eine ernsthafte Auswirkung auf die Kosten haben, ganz zu schweigen von der damit verbundenen Haftung.

Wie steht es um die Risiken entlang der Wertschöpfungskette und was ist, wenn ein strategischer Lieferant plötzlich Insolvenz anmeldet? Bei der Diversifikation der Bezugsquellen dreht sich alles um die Risikostreuung. Sie stellt eine wichtige Überlegung für viele Category Manager dar. Die Liste der Risiken ließe sich endlos fortsetzen, aber ich will hier keine Schwarzmalerei betreiben. Trotzdem wäre es sehr nachlässig von mir, wenn ich nicht die mit der Corporate Social Responsibility zusammenhängenden Risiken erwähnen würde. Unternehmen möchten als „gute Weltbürger“ wahrgenommen werden und halten deshalb von Kinderarbeit und unmenschlichen Arbeitsbedingungen Abstand. Doch nicht nur humanitäre Interessenen spielen hierbei eine Rolle. Unternehmen haben gelernt, dass die Prädikate „sozial“, „grün“ und „human“ das Image deutlich mehr aufwerten als „Ausbeutungsbetrieb“ oder„Umweltverschmutzer“. Zynismus beiseite: Ein ethisch vertretbares Verhalten zahlt sich am Ende einfach auch aus.

Worin liegt nun also der Mehrwert des Supplier Performance Managements?

Und wieder die Frage: Warum sollten Sie sich über die Lieferantenleistung Gedanken machen? Anhand einiger Beispiele werde ich sowohl die Risiken als auch die Vorteile verdeutlichen.

Im Jahr 1989 ist Flug 394 vor der Küste von Dänemark abgestürzt. Es gab keine Überlebenden. Mal abgesehen von der Zahl der Todesopfer führte dieser Vorfall dazu, dass die Fluggesellschaft nur einen Monat später Konkurs anmeldete. Später fand man heraus, dass der Flugzeugabsturz auf gefälschte, nicht zugelassene Ersatzteile (Schrauben aus minderwertigem Stahl, soweit ich mich erinnern kann) zurückzuführen war, die den Ansprüchen des Luftverkehrs nicht standhalten konnten.

Ein weiteres, weniger makaberes Beispiel ist die Norm ISO 9001. Scheinbar dreht sich hier alles um das Qualitätsmanagement auf Lieferantenseite, aber aus Sicht des Käufers spielen auch niedrigere Kosten eine Rolle. Eine schlechte Qualität kann das Ergebnis ineffizienter Produktionsabläufe sein und schlägt sich auch in zusätzlichen Kosten aufgrund von Produktrückgaben, Unzufriedenheit der Kunden usw. nieder. Das wird aus einem Praxisbeispiel deutlich, von dem mir der Head of Procurement bei Sato erzählt hat (bei einem Webinar haben wir vor Kurzem über den Sachverhalt des Supplier Performance Managements und weitere verwandte Themen gesprochen).

Welchen Nutzen ziehen Sie also daraus, wenn Sie die Leistung Ihrer Lieferanten analysieren und kontrollieren? Im Extremfall können Sie dadurch Katastrophen wie den besagten Flugzeugsabsturz verhindern. Oder müssen nie wieder für minderwertige Qualität bezahlen. Und wenn Sie dafür sorgen, dass sich Ihre Lieferanten an Ihre CSR-Richtlinien halten, kommen Sie zudem noch Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Unternehmen nach. Es zeigt sich also schnell recht deutlich, welche enorme Bedeutung das Supplier Performance Management für Unternehmen hat. Anfangs habe ich Ihnen versprochen, auch auf das „Wie“ einzugehen. Gehen wir also den Ablauf gemeinsam durch.

3 Schritte für zuverlässige Lieferanteninformationen

Als ersten Schritt sollten Sie sich um einen zuverlässigen Prozess für das Supplier Information Management kümmern. Wenn Lieferanten einen Auftrag von Ihnen gewinnen möchten, geben sie ordentlich Vollgas und strengen sich an, um Sie zu überzeugen. Diese Phase ist ideal, um alle erforderlichen Informationen über die Lieferanten einzuholen. Diese Informationen spielen eine wichtige Rolle bei der Risikominimierung und der Lieferantenauswahl. Sich im Vorfeld über die Lieferanten informieren ist der erste Schritt

Im zweiten Schritt müssen Sie die gewonnenen Informationen sinnvoll nutzen, um die Lieferanten bezüglich Ihrer Ausschreibung zu qualifizieren. Es versteht sich von selbst, dass die Informationen in einem System (wie SIM von OpusCapita) erfasst werden sollten, das auch für die Erstellung Ihrer Ausschreibung und die Auftragserteilung genutzt wird. Aber in der Praxis erscheint diese Vorgehensweise alles andere als einfach.

Kommen wir schließlich zu Schritt 3, bei dem Ihre Mitarbeiter gefragt sind. Sie sollen Ihre Lieferanten qualitativ bewerten, und zwar in Bezug auf „weiche“ Faktoren wie beispielsweise die Art und Weise der Zusammenarbeit. Ist diese eher schwierig oder gestaltet sie sich unkompliziert? Neben den harten Fakten können diese Informationen bei der nächsten Ausschreibung von Bedeutung sein. Dieser Bereich des Supplier Performance Managements sollte nicht vernachlässigt werden.

Wichtige Lektionen

Abschließend würde ich gern noch ein paar Denkansätze und Tipps weitergeben. Zunächst einmal ist es wichtig, nicht die Menge an Informationen, um die Sie sich kümmern müssen, zu unterschätzen.  Sie werden bald feststellen, dass Sie a) ein System dafür benötigen und b) Funktionen integrieren müssen, damit Ihre Lieferanten die Daten selbstständig pflegen können. Des Weiteren sollten Sie auch nicht die Komplexität der Lieferanteninformationen unterschätzen.  Sobald Sie einen Lieferanten an Bord genommen haben, müssen Sie seinen Katalog, seine Preislisten und seine Verträge berücksichtigen − das ist eine ganze Menge an wichtigen Unterlagen, die alle miteinander verknüpft sind.

Nachdem ich jahrelang beobachtet habe, wie sich Kunden und Lieferanten miteinander auseinandersetzen, kann ich Ihnen schließlich noch folgenden Hinweis geben: Die erfolgreichsten Unternehmen sind diejenigen, die eng mit ihren Lieferanten zusammenarbeiten, diese als Partner betrachten und mit ihnen kooperieren.

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Betrag Ihr Interesse für das Thema Supplier Performance Management wecken.  Sollten Sie eine Anmerkung zu diesem Thema haben, bin ich gern zu weiteren Gesprächen bereit. Nehmen Sie einfach über LinkedIn mit mir Kontakt auf.

 

 

Rowan Lemley on catalog content management

Rowan Lemley


Rowan Lemley arbeitet seit mehr als 10 Jahren im P2P-Bereich und hat in dieser Zeit umfassende Erfahrungen gesammelt – u.a. bei der von ihm gesteuerten Markteinführung verschiedener Lösungen wie Automatisierungen im Kreditorenbereich, B2B-Netzwerke, Finanzdienstleistungen, E-Procurement- und Product Information Management-Konzepte.

 

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