Januar 19 , 2018

Herausforderungen eines multinationalen Cash Managements

by Finance Centralization, Cash Management

Sehen Sie Verbesserungsbedarf für Ihr multinationales Cash Management? Trotz der Tatsache, dass in vielen multinationalen Organisationen bereits in den Konzern-Treasuries auf zentral gesteuerte Finanzprozesse hingewirkt wurde, ist mangelnde Transparenz über Cashbestände und Risiken auf Konzernebene nach wie vor ein Problem.

Herausforderungen eines multinationalen Cash-Managements

Dabei müssen Finanzorganisationen ihre Unternehmen mit immer mehr Informationen und Erkenntnissen versorgen, um deren Strategie und Wachstum zu fördern. Dies erhöht den Druck auf die Treasurer und Cash Manager, die Richtschnur für den unternehmensweiten Cashflow und das Working Capital wirksam vorzugeben.

Wo es Abhilfe zu schaffen gilt, ist also klar – allerdings können oft unterschiedliche Gründe für die Schwierigkeiten im multinationalen Cash Management verantwortlich sein. Diese vier wichtigen Fragen sollten Sie sich stellen, um aktuelle Probleme an der Wurzel zu packen.

1. Haben Sie noch mit Altlasten zu kämpfen?

Möglicherweise hat sich die derzeitige dezentrale, komplexe Struktur schleichend entwickelt und die suboptimalen, inkonsistenten Prozesse konnten sich unbemerkt etablieren, so dass Cash-Schlupflöcher entstanden sind. Für durch Fusionen gewachsene Organisationen etwa sind viele verschiedene Zahlungssysteme und Prozesse in unterschiedlichen Ländern, die das multinationale Cash Management vor Herausforderungen stellen, nicht ungewöhnlich. Denkbar ist auch, dass lokal betriebene Einheiten ihre eigenen Systeme einsetzen können und das Konzern-Treasury dann mit wöchentlichen Berichten in Form von Kalkulationstabellen anstelle von Informationen in Echtzeit vorlieb nehmen muss. In vielen Unternehmen ist das Handels- und Rechnungsvolumen zwischen den Niederlassen stark angewachsen, aber die Prozesse zu den internen Transaktionen wurden nicht vereinheitlicht und sind ineffizient geblieben.

2. Fehlt Ihnen eine uneingeschränkte Sicht auf Ihre gesamten Bankkonten?

Mangelnde Transparenz über Bankkonten verursacht Konzern-Treasurern häufig Kopfschmerzen. In einem operativen Umfeld mit vielen Niederlassungen und Geschäftseinheiten in mehreren Ländern und unterschiedlichen Banken ist das Unterfangen, sich einen umfassenden Überblick über sämtliche Bankkonten und deren aktuelle Salden zu verschaffen, eine mühselige Aufgabe. Zählt man alles zusammen, kann die insgesamt für die Verwaltung von Bankkonten und Steuerung der Proxies aufwendete Zeit ein für Cash Manager überraschendes Ausmaß erreichen – zu Lasten der Mehrwert schaffenden Treasury-Services und des multinationalen Cash Managements.

3. Sind Unausgewogenheiten in der Struktur des Working Capitals für Sie ein Thema?

Dezentralisierte Cashbestände, oder genauer gesagt, die dadurch verursachten Unausgewogenheiten, stellen ein häufiges Ärgernis dar. Auf der einen Seite horten manche Niederlassungen liquide Mittel auf ihren lokalen Bankkonten – außerhalb des Zugriffs der Treasury. Auf der anderen Seite verhandeln Niederlassungen Darlehen mit ihren lokalen Banken, ohne Skaleneffekte für attraktivere Konditionen geltend zu machen. Die für das multinationale Cash Management verantwortlichen Konzern-Treasurer mit dem Anspruch, das Working Capital auf Konzernebene möglichst gut zu steuern, müssen dieses Dilemma lösen. Haben sie das Working Capital Management gut im Griff, sind sie in der Lage, die Ausgaben unter die Lupe zu nehmen und die für Investitionen einsetzbaren liquiden Mittel aufzuspüren. Der Unterschied zwischen einem im Mittelfeld operierenden Unternehmen und einem Unternehmen in der Spitzengruppe kann dabei erstaunlich groß – und sogar für den zukünftigen Erfolg der Unternehmen wegweisend sein.

4. Gibt es Finanzpositionen, die Ihr operatives Budget schmälern?

Bei isoliert voneinander arbeitenden Niederlassungen sind unnötige Ausgaben und Bankgebühren, welche das Konzern-Treasury zu zahlen hat, eine häufige Begleiterscheinung. Nehmen wir die Wechselkursgebühren als Beispiel. Haben Niederlassungen die Möglichkeit, Rechnungen in Fremdwährung über ihre in lokaler Währung geführten Bankkonten zu begleichen, können die Kosten für den Währungsumtausch erstaunlich große Löcher in das operative Treasury-Budget reißen.

  

Jaakko Kilpinen OpusCapita

Jaakko Kilpinen
Jaakko Kilpinen blickt auf über 15 Jahre Erfahrung im betrieblichen Cash Management zurück und verfügt über ein profundes Fachwissen zu Liquiditätsprognosen, Saldierungs- und In-House-Banking-Prozessen. Im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn bekleidete er u.a. die Position des Konzern-Treasurers in einem finnischen Aktienunternehmen. Derzeit ist er als Solution Manager für OpusCapita tätig.

 

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