18. Dezember, 2018

Der Konkurrenz voraus sein und auf E-Invoicing in 2019 vorbereiten

von e-invoicing Trends, Digitalization, E-invoicing

Zu Beginn des Jahres haben wir gesagt, dass E-Invoicing an Bedeutung gewinnen wird. In den letzten 12 Monaten ist dies mit Sicherheit passiert.

Elektronische Rechnung

Insbesondere in Europa wurden weitere Vorbereitungen in Richtung digitaler Transformation von Business to Government (B2G) und Business to Business (B2B) Invoicing vorgenommen. Aber auch im US-Markt gab es Bewegung. Die Business Payment Coalition der US-Notenbank hat die Entwicklung eines nationalen E-Invoicing-Standards für die USA aktiv vorangetrieben.

Sind Sie bereit für die Umstellung auf E-Invoicing? Auf diese Frage sollten sich Unternehmen, gerade auch im Hinblick auf den Jahreswechsel, konzentrieren. Auch wenn es viel Gesprächsstoff rund um E-Invoicing in diesem Jahr gab, werden einige dieser Themen in 2019 in die Realität umgesetzt. Damit Sie für die Zukunft gut aufgestellt sind, sollten Sie sich mit zukunftssicheren Lösungen für den Rechnungsempfang und den Rechnungsversand auseinandersetzen und E-Invoicing in Ihrem Unternehmen auf die Tagesordnung setzen, wenn das noch nicht der Fall ist.


Eine Revolution im E-Invoicing in Europa
 

E-Invoicing wird im Jahre 2019 vor allem durch Regularien im öffentlichen Sektor vorangetrieben, welche mit dem neuen europäischen Standard für E-Invoicing in Kraft treten wird. In wenigen Monaten müssen alle europäischen Staaten in der Lage sein, Rechnungen in elektronischer Form zu erhalten, sofern Sie gemäß der neuen europäischen Norm (2014/55/EU) gesendet werden. Dadurch sollen schwerpunktmäßig die Prozesseffizienz erhöht und Kosten gesenkt werden.

Für einige Märkte, wie Finnland, Norwegen und Dänemark, aber auch Spanien und Italien, ist es keine Neuigkeit für die Unternehmen, die mit dem öffentlichen Sektor Geschäftsbeziehungen pflegen. Elektronische Rechnungen werden im B2G-Handel schon seit einiger Zeit verlangt - entweder durch ein gesetzliches Mandat oder durch eine nachdrückliche Empfehlung. Für die anderen bedeutet es zunächst eine neue Möglichkeit und bald, so bin ich mir sicher, einen steigenden Handlungsdruck elektronische Rechnungen anzuwenden.

Hinzu kommt, dass PEPPOL als europaweites E-Invoicing-Netzwerk bereits Support für die europäische Norm eingeführt hat. Das bedeutet, dass Sie im PEPPOL-Netzwerk schon heute einen, mit der europäischen Norm konformen Austausch von elektronischen Rechnungen durchführen können.

Das neue Jahr wird eine Revolution im E-Invoicing in Europa mit sich bringen. Italien, als drittgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone und schätzungsweise achtgrößte in der Welt wird einen fundamentalen Einfluss auf das Geschehen nehmen. Elektronische Rechnungen werden für B2G- und auch B2B-Transaktionen verpflichtend sein. Das Land führt das sogenannte Clearance-Modell in 2019 ein, welches bereits in Lateinamerika eine vorherrschende Stellung eingenommen hat. Alle Rechnungen werden durch das Finanzamt vor und während des Austauschprozesses validiert. Ziel ist es, Verluste durch verlorengegangene Mehrwertsteuereinnahmen zu stoppen. Aktuell ziehen Spanien, Griechenland, Portugal und Frankreich ähnliche Lösungen in Betracht.


Konkrete Schritte in Richtung E-Invoicing in 2019 unternehmen

Die unterschiedlichen Initiativen rund um das E-Invoicing sind ein Zeichen dafür, dass es nicht um die Frage geht ‘ob’, sondern ‘wann’ der elektronische Rechnungsaustausch ein unverzichtbarer Bestandteil von B2G- und B2B-Handel wird. Der Markttrend - das Streben nach Prozesseffizienz und die Notwendigkeit nach einer exakten Regelung der Mehrwertsteuer - sind für mich klare Anhaltspunkte dafür, dass E-Invoicing in ganz Europa verpflichtend sein wird. Diese Annahme ist naheliegend, wenn man in Betrachtung zieht, dass der öffentliche Sektor alles getan hat, um den Aufbau des elektronischen Rechnungsempfang Prozesses zu ermöglichen. Dementsprechend möchte der öffentliche Sektor das Beste aus Ihren getätigten Investitionen herausholen, indem diese den Austausch von elektronischen Rechnungen in Ihren Prozessen erhöhen.

Im Zuge dieser ganzen Veränderungen in Ihrem Arbeitsumfeld, können Sie sich die Frage stellen: “Was sollte ich als nächstes berücksichtigen? Wo sollte ich anfangen, um mich auf E-Invoicing in 2019 vorzubereiten?” Im Folgenden finden Sie einige konkrete Schritte, die Sie unternehmen können:

    • Schauen Sie sich die Länder, in denen Ihr Unternehmen aktiv ist, genauer an und finden Sie mehr über die aktuellen und neuen Regularien zum E-Invoicing heraus. Sprechen Sie mit Dienstleistern, um Markt-Neuigkeiten zu erhalten. Bleiben Sie Up-to-Date hinsichtlich den unterschiedlichen Anforderungen in den verschiedenen Märkten: Zum Beispiel wird E-Invoicing verpflichtend im B2G-Handel oder die Forderung von Steuerbehörden nach Echtzeit-Berichterstattung und Validierung aller Rechnungen auch im B2B-Handel.
    • Finden Sie heraus, ob die Rechnungsinformationen mit den verschiedenen lokalen Anforderungen übereinstimmen und ergreifen Sie sofern notwendig Maßnahmen, um diese entsprechend zu aktualisieren. Sie sollten darauf achten, ob es spezielle Anforderungen für den Austausch der elektronischen Rechnungen gibt. Bringen Sie in Erfahrung, inwiefern Ihr Dienstleister Sie bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben unterstützen kann.
    • Legen Sie den Fokus auf Interoperabilität und schauen Sie nach Wegen Compliance umfassend sicherzustellen. Denn es wird keinen einzelnen Standard weltweit geben, so dass Interoperabilität der Weg zum Erfolg sein wird.
    • Suchen Sie nach einer zentralisierten E-Invoicing-Lösung, die den Empfang und Versand von allen Arten von Rechnungen in einem einzigen Channel unterstützt. Stellen Sie sicher, dass die Lösung Sie bei einem konformen Rechnungsaustausch unterstützt und dabei alle verschiedenen Formate und Anforderungen für Ihren aktuellen und zukünftigen Rechnungsprozess unterstützt.
    • Schauen Sie nach einem Anbieter mit konformen Dienstleistungen und einem umfassenden interoperablen Invoicing-Netzwerk. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie OpusCapita Ihnen weiterhelfen kann, dann schauen Sie auf unsere Übersicht zu unseren E-Invoicing-Dienstleistungen.

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und möchte Sie noch auf unsere Webinar-Serie zum E-Invoicing aufmerksam machen, welche im Januar 2019 beginnt.

 

Ahti Allikas

Ahti Allikas
Ahti Allikas ist seit 2000 in der E-Invoicing-Branche aktiv. Bei OpusCapita bekleidet er derzeit die Position des Head of Partners and Networks und ist für die Weiterentwicklung des E-Invoicing-Ökosystems verantwortlich. Er sitzt im Leitungsgremium des EESPA-Verbands (European E-invoicing Service Providers Association), vertritt OpusCapita in einem weiteren Verband, der OpenPEPPOL Association, und hat sich vor kurzem auch dem European Multi-Stakeholder Forum on E-Invoicing (EMSFEI) angeschlossen.

 

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