September 05 , 2018

3 Trends die die Beschaffungs-Transformation vorantreiben

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Der diesjährige ProcureCon Benchmarking Report gibt wertvolle Einblicke in die wichtigsten Herausforderungen, Ziele und Trends im Einkauf und der Beschaffung. Und diese Einblicke kommen nicht von irgendwoher, sondern sind aus Umfragen mit mehr als 100 europäischen Chief Procurement Officers (CPOs) gewonnen worden.

Beschaffungs-Transformation

Aus dem ProcureCon Report wird eins sehr deutlich: Das Tempo des Wandels und der Transformation im Einkauf wird immer schneller.  Im Folgenden werde ich mich mit 3 Trends befassen, die sich aus den Antworten herauskristallisieren lassen und die rapide Entwicklung verdeutlichen.

1. Prioritäten Wandel: Von Kostenreduzierung zur Effizienzsteigerung

Wenn man vor einigen Jahren jemanden aus der Beschaffungsabteilung nach seinen Top-Prioritäten fragte war die Antwort ohne Frage immer: Kostenreduktion. In diesem Jahr zeigt der ProcureCon Report allerdings, dass sich die Prioritäten verschieben. Zwar ist das Thema Kostenreduktion noch immer präsent, allerdings zeigen die Antworten, dass ein neues Thema an Bedeutung gewonnen hat.

Bei der Frage nach dem größten Vorteil von digitaler Beschaffungs-Technologien liegt die Kostenreduktion nur auf Platz vier. Der Erste Platz geht an die Effizienzsteigerung. Auf Rang zwei und drei folgen Innovation und Wachstum. Die Automatisierung hat viele Beschaffungsprozesse bereits schneller gestaltet und arbeitsintensive Routineaufgaben sind nicht mehr nötig. Damit haben die Angestellten in der Einkaufsabteilung mehr Zeit, sich auf strategische Aufgaben zu konzentrieren und damit Mehrwerte für das Unternehmen zu erbringen.

Nun liegt eine ‘Low total cost of ownership (TCO)’ im Fokus der Einkaufsleiter wenn es um die Implementierung von eProcurement Systemen geht. Demzufolge ist es am Wichtigsten, dass eProcurement Systeme leicht zu integrieren und in Betrieb zu nehmen sind. Des Weiteren sollten Sie über branchenspezifische Funktionen verfügen, damit Unternehmen schnell die Vorteile nutzen können.

2. Fokus auf Vereinfachung: Ein Abschied von elementaren Warengruppen

Ein Punkt der mich am meisten überrascht hat ist, dass 45% der Befragten angaben, bei Ihnen bestünde Interesse daran,einem Marktplatz beizutreten wo es elementare Warengruppen zu vorab vereinbarten Preisen und Konditionen gibt. Dies unterstützt den Trend zur Effizienzsteigerung: Leiter der Einkaufsabteilung nehmen lieber vorab verhandelte Preise an wenn es um Standard-Warengruppen geht, umgehen damit also einen Grundstein des Beschaffungsprozess, da diese Warengruppen keinen großen Vorteil generieren und kein wirkliches strategisches Feld der Beschaffung sind.

Auch wenn die Digitalisierung die Beschaffungs-Transformation im B2B Bereich vorantreibt und Supply Chains einfacher und agiler werden, haben wir noch viel Arbeit vor uns. So antworten zum Beispiel 36% der Befragten, dass sie nicht von allen ihren Lieferanten elektronische Kataloge haben. Es ist eher schwer, schnell und effizient zu sein und mit Produktdaten in Echtzeit zu arbeiten, wenn die Kataloge nicht im elektronischen Format vorhanden sind. Vielleicht liegt hierin auch begründet, warum viele Unternehmen bereit sind, in einen bestehenden Marktplatz überzusiedeln.

3. Vertiefung der Zusammenarbeit: Verbesserte Nutzung des Lieferanten-Wissens 

Auf die Frage, was ihr Unternehmen von zukünftigen Lieferanten am dringendsten benötigt, antworteten Einkaufsleiter mit Themen wie Qualität und Kontinuität, Lokalität und natürlich den besten Preis. Keine Überraschungen hier. Hervorzuheben ist meines Erachtens jedoch, dass fast jeder fünfte Einkaufsleiter (18%) den "Zugang zu Innovationen" als die wichtigste Forderung an seine Lieferanten nennt.

Der hohe Stellenwert von Lieferanten-KnowHow ist in letzter Zeit auch in vielen anderen Studien hervorgehoben worden. Es zeichnet sich ein deutlicher Wunsch ab, die Käufer und Lieferantenbeziehung in eine Partnerschaft umzuwandeln. Die Befragten im ProcureCon Report halten das Management der Lieferantenleistung bei der Beschaffung indirekter Güter und Dienstleistungen für sehr wichtig. Es zeigt, wie wichtig Lieferanten und Lieferketten für Unternehmen heute sind. Die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und die Nutzung ihrer Kompetenz sind mit dem Erfolg des gesamten Unternehmens verbunden.

Es sieht so aus, als hätten die Einkaufs- und Beschaffungs Abteilungen noch viel Arbeit vor sich. Betrachten wir nur einmal das Feld der Lieferanteninformationen. Ein Teil der Befragten (32%) gibt an, dass sie ihre Lieferanteninformationen mit Self-service Optionen auf dem neuesten Stand halten. Während fast der gleiche Anteil berichtet, dass es Schwierigkeiten gibt, genaue Daten in den Systemen zu speichern. Es gibt noch viel zu tun, um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Käufern und Lieferanten herzustellen.

Finden Sie mehr Details zur Beschaffungs-Transformation im ProcureCon Report 2018. Der Report bietet eine interessante Lektüre für alle, die sich dafür interessieren was momentan für Einkaufsleiter wichtig ist. Laden Sie hier Ihre Kopie herunter.

  

Rowan Lemley

Rowan Lemley


Rowan Lemley arbeitet seit mehr als 10 Jahren im P2P-Bereich und hat in dieser Zeit umfassende Erfahrungen gesammelt – u.a. bei der von ihm gesteuerten Markteinführung verschiedener Lösungen wie Automatisierungen im Kreditorenbereich, B2B-Netzwerke, Finanzdienstleistungen, E-Procurement- und Product Information Management-Konzepte.