Dezember 23 , 2017

29 Prozent mehr E-Invoicing – reicht das für Europa?

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1,6 Milliarden elektronische Rechnungen – diese neueste Zahl der EESPA (European E-Invoicing Service Providers Association) bestätigt, dass E-Invoicing in Europa weiter vorankommt.

e-Invoicing in Europa

 

Die Zahlen für 2016 zeigen ein deutliches Plus von 29 Prozent im Vergleich zu den E-Invoice-Gesamtvolumina von B2B, B2G und B2C des Vorjahres. Wenn wir einen Blick auf die Statistiken der EESPA aus den vergangenen vier Jahren werfen, können wir feststellen, dass die Einführung von E-Invoicing in letzter Zeit vor allem im B2B- und B2G-Sektor deutlich vorangeschritten ist.

Harte Arbeit für müheloses E-Invoicing

Was wir hier lesen, ist, dass sich die Arbeit der EU, der europäischen Regierungen, der Organisationen wie EESPA und OpenPeppol, aber auch von uns als OpusCapita und anderer E-Invoicing Servicer Provider endlich auszahlen. Standardisierung und verstärkte Interoperabilität (gegenseitige Benutzbarkeit) ebnen den Weg für das Wachstum von E-Invoicing im B2B-Bereich.

Was mein Kollege Ahti Allikas bereits schon einmal gesagt hat: Die gemeinsame Interoperabilität ist der Schlüssel zu reibungslosem E-Invoicing, indem sie die Schwerfälligkeit der verschiedenen Formate und Übertragungsverfahren beseitigt. Es kann – und sollte – den E-Invoice-Austausch zwischen zwei Unternehmen so einfach gestalten, wie es ein Handy-Anruf zwischen den Firmenchefs dieser Unternehmen bereits ist.

Leider kann die Realität von E-Invoicing in Europa für ein internationales Unternehmen mit grenzüberschreitenden Geschäften alles andere als reibungslos und mühelos sein. Unternehmen sehen sich noch immer mit der Komplexität diverser betrieblicher und rechtlicher Anforderungen verschiedener Netzwerke und Märkte konfrontiert, was den elektronischen Austausch mit ihren Geschäftspartnern stören kann, oder sie zumindest daran hindert, die kritische Masse zu erreichen. Wir, die E-Invoicing-Dienstleister, haben uns viel Mühe gegeben, um diese Komplexität bei den Endnutzern zu vermeiden.

Um also die Frage zu beantworten: wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir sind definitiv noch nicht angekommen.

Ein Ende der Einnahmeverluste

Vormals schätzte eine weitere Marktstudie, der jährliche Billentis-Bericht, dass das E-Invoice-Volumen im Jahr 2017 weltweit mindestens 36 Milliarden betragen wird. Dem Bericht zufolge werden mehr als 90 Prozent aller Rechnungen weltweit noch immer manuell bearbeitet.

Im Vergleich zu manuellen und Papier-basierten Prozessen können elektronische und automatische Rechnungsprozesse leicht zu Kosteneinsparungen von 60 bis 80 Prozent führen. Angesichts der zig Milliarden Rechnungen, die jedes Jahr in Europa insgesamt versendet und empfangen werden, verpassen europäische Unternehmen enorme Kosteneinsparungen und Prozesseffizienz.

Die öffentliche Hand sieht E-Invoicing als Chance, Einnahmeverluste zu versiegeln. Die Mehrwertsteuer ist für gewöhnlich die wichtigste Einnahmequelle des öffentlichen Sektors, und Rechnungen enthalten relevante Informationen. Mit E-Invoicing können Behörden Mehrwertsteuer-Informationen in Echtzeit erhalten. Vor allem lateinamerikanische Länder haben die Schattenwirtschaft bereits mit Echtzeitberichten bekämpft, und bei den europäischen Regierungen nimmt das Interesse zu. Derzeit führen die Länder unterschiedliche Gesetzgebungen zur Mehrwertsteuer-Berichterstattung bei E-Invoices ein, was zu Lücken in der Einheitlichkeit führen kann – wenn sie nicht auf EU-Ebene behandelt werden.

Das starke Wachstum ist noch nicht genug

Betrachtet man alle Vorteile, die sich hieraus ergeben, dann ist die Wachstumsrate von E-Invoicing zwar beeindruckend, reicht aber noch nicht aus. Die durchschnittliche Verbreitung von E-Invoicing in Europa liegt derzeit bei 20 bis 25 Prozent. Um allen bewusst zu machen, was E-Invoicing eigentlich ist, müssen wir dieses Tempo verdoppeln. Ich bin recht zuversichtlich, dass in ein paar Jahren die Wachstumskurven in die Höhe schießen werden. Man braucht nicht einmal eine Kristallkugel, um diese Vorhersage zu machen.

Es geht um PEPPOL, das schnell wachsende Netzwerk, das grenzüberschreitende elektronische Beschaffung und Rechnungsstellung zwischen europäischen Einkäufern und Lieferanten erleichtert, und EESPA, die die Interoperabilität aktiv fördert. Es geht auch um die neue EU-Gesetzgebung, die den öffentlichen Sektor dazu verpflichtet, in mehr elektronische Prozesse bei Beschaffung und Rechnungsstellung einzugreifen, und um die neue europäische Norm, die E-Invoicing auf EU-Ebene weiter vereinheitlicht. Dies alles führt der Einfachheit von elektronischer Rechnungsstellung, die von Unternehmen gefordert wird.

Am allermeisten geht es um die digitale Transformation von Unternehmen. Firmen sind sich der Wettbewerbsvorteile durchaus bewusst, die sich aus einer hohen, lückenlosen Rechnungsstellung, schnellem Abgleich, verbessertem Purchase-to-Pay, transparentem Käufer-Lieferanten-Beziehungen, und optimiertem Cash-Management ergeben. E-Invoicing kann seinerseits dazu beitragen, all dies zu entschlüsseln. Können Sie es sich leisten, den Schlüssel nicht umzudrehen?

 

E-Invoicing unterstützt effizientes

Thomas Rohn

Thomas Rohn ist Finanzexperte und aktuell Key Account Manager für die DACH-Region bei OpusCapita. Er hat die Bereiche Rechnungswesen und Controlling in all ihren Facetten kennengelernt und alle Positionen vom Sachbearbeiter bis hin zum Geschäftsführer durchlaufen. Er bringt Beratungskompetenz zu XRechnung, ZUGFeRD, PEPPOL und den gesetzlichen Regeln für elektronische Buchführung und Datenzugriff (GoBD) mit, wirkt aktiv im deutschen „Der Mittelstandsverbund“ mit und ist im Feld der organisierten Verbände und Dienstleister exzellent vernetzt. Er ist ebenfalls Ansprechpartner und Mitglied im Verband Deutscher Treasurer (VdT).

Ahti Allikas

Ahti Allikas

Ahti Allikas ist seit dem Jahr 2000 in der E-Invoicing-Branche tätig. Ein großer Teil seiner Arbeit besteht in der Entwicklung des E-Invoice-Ökosystems in Europa, für das er Mitglied des Vorstands der European E-Invoicing Service Providers Association (EESPA) ist und als Vertreter von OpusCapita gegenüber der OpenPEPPOL Association fungiert.

 

Mehr zum Thema:

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