Horst Neumann ist Personalvorstand von Volkswagen, einem der größten Autohersteller der Welt. Nun macht dieses Unternehmen aktuell zwar Schlagzeilen auf einem ganz anderen Gebiet, aber was der Personalexperte aus Wolfsburg zur Entwicklung der Mitarbeiterzahl in seinem Konzern vor kurzem in der Presse verlauten ließ, ist auch nicht ganz ohne: „VW setzt auf Maschine statt Mensch“ titelte beispielsweise das Manager Magazin.

Was dahinter steht, ist das Ziel von VW, die Kosten weiter zu  senken und dazu in großem Umfang in der Produktion Menschen durch Roboter zu ersetzen. Der Betriebsrat trägt den Vorstoß offenbar mit.

Die Erklärung für die Roboter-Initiative liefert ein kurzer Begriff: Industrie 4.0. Er steht für die 4. Industrielle Revolution. Und die ist in vollem Gange. Sichtbar wird sie durch rasant fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung der Produktion, die webbasierte Vernetzung von Maschinen, Anlagen und Prozessen sowie die Fähigkeit, komplexe Wertschöpfungsnetzwerke über herkömmliche Grenzen hinweg in nahezu Echtzeit steuern und kontrollieren zu können.

Diese Entwicklung ist untrennbar mit einer Technologie verbunden, die unter dem Kürzel RPA Furore macht und sich im Begriff Robotic Process Automation definiert. Diese ist in der fertigenden Industrie weit vorangeschritten. Wenn man Horst Neumanns Worten folgt, ist das erst der Anfang. Denn Roboter sind nicht nur wesentlich billigere Arbeitskräfte – bei VW kostet eine Roboterstunde rund zehnmal weniger als ein nach Tarif bezahlter Mitarbeiter aus Fleisch und Blut –, sie werden dazu auch immer intelligenter und kommunikativer: Siri von Apple und Cortana von Microsoft lassen grüßen.

Alles also in erster Linie wie bei den vorausgegangenen industriellen Revolutionen ein Problem der am Fließband arbeitenden Menschen? Eher nicht. Diesmal klopfen die digitalen Revoluzzer in Roboterform auch an die Bürotüren, hinter denen die sogenannten Wissensarbeiter tätig sind. Sie bleiben von Digitalisierung und Automation nicht verschont. Und das ist folgerichtig. Denn was nutzen Fortschritt und Nutzen von Industrie 4.0, wenn es im Büro bei Administration 1.0 bleibt?

Der Kollege Roboter nimmt am Schreibtisch Platz. Er definiert sich hier als softwaregesteuertes und in die Arbeitsumgebung im Büro integriertes Werkzeug für die Automatisierung standardisierter und sich wiederholender Aufgaben und Prozesse. RPA ersetzt nicht vorhandene Software und existente Geschäftsprozesse, sondern erweitert und komplettiert diese. 

Wirtschaftlich gesehen macht der Einsatz von Robotik-Software Sinn. McKinsey-Experten gehen beispielsweise in einer gemeinsam mit der Universität Oxford durchgeführten Studie davon aus, dass die Automation der Wissensarbeit weitreichende Auswirkungen auf die ökonomische Entwicklung der Volkswirtschaften haben wird. Sie konkretisieren diese Auswirkungen mit dem Blick auf die US-amerikanische ökonomische Situation auf 5200 bis 6700 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt McKinsey in Deutschland. Hier erwarten die McKinsey-Experten von Digitalisierung und Automatisierung der Wissensarbeit potenzielle Auswirkungen von 265 Milliarden US-Dollar auf das deutsche Brutto-Inlands-Produkt (BIP) im Jahr 2025.

Praktische Erfahrungen von OpusCapita bestätigen diese Prognosen. Die als virtuelle Arbeitskraft im Rahmen von Finance & Accouting Outsourcing in der Cloud eingesetzten OpusCapita-Roboter können Texte und Bilder erkennen und interpretieren, eine Computermaus bewegen und anklicken, Texte und Daten über die Tastatur eingeben. Sie sind lernfähig, halten sich an vorgegebene Regeln und arbeiten auf einer flexibel anpassbaren, rollenbasierten Basis – und das rund um die Uhr, ohne Urlaubsansprüche und Krankmeldungen. Sie nehmen Sachbearbeitern Routinearbeiten ab und erschließen diesen Wege in Richtung anspruchsvollerer Tätigkeiten. Kurzum: Kollege Roboter verdrängt und ersetzt nicht, sondern ergänzt und eröffnet damit völlig neue Perspektiven – auch für die Kostenbilanz, denn dort hinterlässt er deutlich sichtbare Zeichen durch Reduzierung von Aufwand und schnelle Amortisation der Anschaffungsinvestitionen.

 

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